radix?

Hier erklären wir unseren Namen und unser Logo

„radix“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie: die Wurzel, der Grund, die Basis.

Mit diesem Bild wollen wir auf grundlegende gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen anspielen, die unserer Meinung nach Ursache für die Klimakrise, ökologische und soziale Missstände sind.

Das kapitalistische Wirtschaftssystem, das auf Ausbeutung von Mensch und Natur beruht, und insbesondere mit Rassismen, Sexismen und anderen Formen von Diskriminierung verflochten ist, ist heute tief in vielen gesellschaftlichen Bereichen verankert.

Historisch lässt sich zurückverfolgen, wie die Entwicklung des Kapitalismus mit dem Zugriff auf die reproduktive Arbeit von Frauen* ebenso verbunden ist, wie mit Sklaven- und Zwangsarbeit und anderen Ausbeutungsformen. Landenteignungen, Vertreibung und Mord an indigenen Bevölkerungen waren Stützpfeiler in der Durchsetzung des kapitalistischen Weltwirtschaftssystems. All diese Prozesse dauern bis heute an und sind Mitverursacher der Klimakrise.

Wir wollen mit unserer Arbeit diese Grundlagen unseres Wirtschaftens in Frage stellen, und sehen hierin ebenso das Potential für tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen. Dabei unterstützen wir die Forderung nach „Klimagerechtigkeit“. Das bedeutet, ernst zu nehmen, dass die Menschen, die selbst wenig zum Klimawandel beigetragen haben, am meisten von ihm betroffen sind oder noch sein werden.

Welche Wirtschaft und Gesellschaft brauchen wir, um ein Gutes Leben für ALLE zu ermöglichen?

Wir müssen in unseren Fragen an und Antworten auf gesellschaftliche und ökologische Probleme radikal, also „an der Wurzel“ bleiben.

* mit dem Sternchen wollen wir darauf aufmerksam machen, dass die Kategorie „Frau“ sozial konstruiert ist. In dem Fall meinen wir alle Personen, die im binären Geschlechtersystem als Frauen gelesen, mit Attributen versehen und ausgebeutet wurden und werden.

Und warum tanzt in unserem Logo eine Person auf dem Seil?

Ein wunderschönes Zitat brachte uns auf dieses Bild.

Denn die Art der Bewegung, sowohl der Teilnehmenden als auch der Leitenden im Rahmen dieser Arbeit* gleicht in vielem einem Seiltanz. Und: Seiltänzer*innen leben gefährlich. Dauernd sind sie vom Absturz bedroht. Am gefährlichsten ist für sie der Zustand von maximaler Stabilität. Würden sie den erreichen, fielen sie vom Seil wie eine Kartoffel. Seiltänzer*innen müssen ihre Balancierstange in Unruhe halten. Mit fortwährender Bewegung und Gegenbewegung überlisten sie das Fallgesetz. Nur indem sie ihren Schwerpunkt Schritt für Schritt aus sich heraus nach vorn verlagern, also gehen, sichern sie ihre Existenz. Seiltänzer*innen sind zur Bewegung, ja sogar zur eleganten Bewegung, verurteilt. Die Sicherheit des festen Standpunktes ist für sie tabu. Es wäre ihr Ende. Der Absturzgefahr entkommen sie einzig durch Unsicherheit. Und noch etwas: Seiltänzer*innen dürfen nicht auf ihre Füße starren. Sie brauchen den Blick zum Horizont, denn der ist, rein physiologisch gesehen, eine Funktion des Gleichgewichtssinns und Bedingung der Aufrichtung.

Reinhard Kahl (1995): Lob des Seiltänzers. In: „Die Tageszeitung“ – TAZ Nr. 4587 vom 04.04.1995, S. 16. Zitiert nach Kalpaka (2009), S. 163


*gemeint ist „subjektbezogene politische Bildungsarbeit

Um fixe Standpunkte hinterfragen zu können, muss allerdings zuerst einmal ein sicherer und barrierearmer Lern-Raum von unserer Seite angeboten werden. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst.