Wie wir arbeiten

Auf unserem Logo seht ihr einen Seiltanz*. Wir verstehen Lernprozesse und unsere Rolle dabei als solche Balanceakte.

Wir wollen Räume schaffen, in dem Menschen die Welt um sich, und ihre Positionierung darin kritisch reflektieren. Das heißt zum Beispiel hin zu schauen: wie prägt mich diese Gesellschaft, ihre Lebensweise, wo bin ich Zwängen und Druck ausgesetzt und wo profitiere ich? Unsere Räume sollen darauf aufbauend ermutigen, die eigene Macht zum Handeln zu begreifen. Und gleichzeitig anzuerkennen, dass gesellschaftliche Veränderung Zusammenarbeit braucht.

Lernen ist hierbei für uns ein sozialer und interaktiver Prozess, in den wir als Workshop-Leitende miteinbezogen sind. Er findet auf der mentalen, aber auch auf der emotionalen und körperlichen Ebene statt.

Bildung ist für uns immer politisch, auch wenn sie vorgibt neutral zu sein. Denn sie ist immer eingebunden in eine Gesellschaft und Institutionen, die Ungleichheiten und Machtverhältnisse produzieren und reproduzieren. 

Wichtig ist uns in der politischen Bildungsarbeit das Transformative, die Kritik an den bestehenden Verhältnissen und ihre Veränderung. Wir laden die Teilnehmer*innen unserer Workshops ein, sich eine systemwandlerische Brille aufzusetzen. Indem wir unsere politischen Standpunkte und Vorannahmen sichtbar machen, sorgen wir für Transparenz. Zugleich ermuntern wir die Teilnehmer*innen dazu, selbst Stellung zu beziehen, sich nicht überzeugen zu lassen, sondern kritisch zu bleiben und eigene Gedanken zu formulieren.

Das bedeutet, dass wir Widersprüche und Konflikte zulassen, und auch nicht immer bemüht sind, die eine “richtige” Lösung zu finden. Unsere Workshops zielen darauf ab, angstfreie und lernfreudige Räume zu schaffen. Aus diesen Gründen ist während unserer Workshops eine mögliche Bewertung der Leistung der Schüler*innen nicht zielführend und nicht erwünscht.

Uns ist eine machtkritische und diskriminierungssensible Perspektive wichtig, sowohl in Bezug auf die behandelten Themen, als auch innerhalb des Lernraumes.    

*inspiriert durch: Reinhard Kahl (1995): Lob des Seiltänzers. In: „Die Tageszeitung“ – TAZ Nr. 4587 vom 04.04.1995, S. 16. Zitiert nach Kalpaka (2009), S. 163